Die Wissenschaft der Psychologie

Die Psychologie ist die Wissenschaft von der Seele und den seelischen Vorgängen. Bis in das 19. Jahrhundert war dieser Wissenschaftszweig Teil der Philosophie und sonderte sich erst ab 1850 als eigenständige Disziplin ab. Federführend in diesem Abnabelungsprozess waren Forscher wie Wilhelm Wundt, Sigmund Freud oder C. G. Jung.

Inhalte und Methoden

Die Psychologie als Wissenschaft beschäftigt sich mit seelischen Vorgängen und deren Störungen. Auf der einen Seite geht es dieser Disziplin darum, Abläufe in der Psyche zu durchleuchten und damit zu verstehen. Auf der anderen Seite nutzt die Psychologie diese zuvor gewonnenen Erkenntnisse dazu, psychische Störungen zu mildern oder zu heilen. Die vielfältigen Störungen der Psyche werden dabei mit unterschiedlichen, spezifischen Methoden behandelt. Die Bandbreite der seelischen Störungen ist so weit gefächert, dass hierfür verschiedene Therapien genutzt werden. Die bekanntesten Therapieformen der wissenschaftlichen Psychologie sind die Psychoanalyse, die Gesprächstherapie und die kognitive Verhaltenstherapie.

Psychische Erkrankungen im Überblick

Die Psychologie als Wissenschaft beschäftigt sich mit seelischen Vorgängen und deren Störungen.

Die Psychologie als Wissenschaft beschäftigt sich mit seelischen Vorgängen und deren Störungen.

Die möglichen Erkrankungen und Störungen der menschlichen Psyche sind vielfältig und breit gefächert. Zu den psychischen Erkrankungen mit der größten Verbreitung gehören:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • Essstörungen

Bei all diesen Erkrankungen hat die Psychologie mittlerweile verschiedene Instrumentarien entwickelt, welche die Leiden der Betroffenen zusätzlich zu einer gegebenenfalls notwendigen Medikation verringern können. Neben diesen Erkrankungen der Seele beschäftigt sich die Psychologie auch mit den sogenannten Persönlichkeitsstörungen. Zu diesen Störungen gehören beispielsweise die Borderline-Persönlichkeitsstörung, die narzisstische Persönlichkeitsstörung oder die histronische Persönlichkeitsstörung. Diese Störungen äußern sich in erster Linie in problematischen Verhaltensweisen der Betroffenen. Durch diese schädlichen Verhaltenstendenzen ist der psychosoziale Schaden dieser Störungen besonders groß. Auch hier können verschiedene Therapieformen, welche durch die Psychologie entwickelt wurden, den Betroffenen in vielerlei Hinsicht weiterhelfen.

Traumatische Ereignisse und Belastungsstörungen

Ein weiterer Zweig der Psychologie widmet sich denjenigen Menschen, die traumatische Erlebnisse erleiden mussten und hierdurch psychische Störungen entwickelt haben. Zu solchen Ereignissen können beispielsweise Erfahrungen von Gewalt im Privatleben oder auch in Kriegssituationen gehören. Auch Krankheiten bei einem selbst oder bei Freunden und der Familie können Auslöser sein. Ein besonderer Fall einer solchen posttraumatischen Belastungsstörung ist das sogenannte Stockholm Syndrom. Dieses Syndrom ist nach einer Geiselnahme in der schwedischen Stadt Stockholm benannt. Ausgehend von diesem Fallbeispiel bezeichnet der Begriff Stockholm Syndrom bestimmte Entwicklungen in der Psyche von Entführungsopfern. Insbesondere umfasst dieses Syndrom die Identifikation des Opfers mit dem entführenden Täter. Dieser Effekt erscheint zunächst widersinnig, ist aber häufig bei Entführungsfällen zu beobachten. Ist es im Entführungsfall zu einer solchen positiven Bewertung des Täters durch das Opfer gekommen, kann die Psychologie nach überstandener Entführung bei der Einordnung und Verarbeitung solcher Phänomene helfen.

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